Leica M4 vs M4-P

Die Leute fragen mich öfters: “ Du hast da zwei M-Vieren – was´n da der Unterschied…?“  Also:

M 4

Die 1967 vorgestellte LEICA M4 vereinigt die Vorzüge der LEICA M3 und der M2 in einer Kamera und weist einige weitere Verbesserungen gegenüber jeder dieser Kameras auf.
   
Das wahrscheinlich Wichtigste: der Weitwinkelmeßsucher der M4 zeigt, wie der Name ja schon andeutet, die Leuchtrahmen für die 4 vorwiegend verwendeten Brennweiten der LEICA-Objektive an: 35, 50, 90 und 135mm. Erstmals werden damit die in der gestalterischen und aktuellen (Presse-) Fotografie in der Praxis vorwiegend verwendeten Brennweitenbereiche im Sucher einer LEICA angezeigt. Damit fällt die Notwendigkeit weg, Weitwinkelobjektive mit Sucherbrille zu verwenden, wie bei der LEICA M3.

Mit der LEICA M4 wird auch das Filmeinlegen sozusagen serienmäßig vereinfacht. Die LEICA M4 hat serienmäßig ein Schnellwechselsystem – genannt „Dreizack“.

Beibehalten wurde bei der LEICA M4 die Suchervergrößerung der LEICA M2: 0,72 gegenüber 0,92 bei der LEICA M3. Anders wäre der größere Rahmen für die Brennweite 35mm nicht einzuspiegeln gewesen. Beibehalten wurde auch der Verschluss mit seinen 11 Belichtungszeiten von 1-1/1000 Sekunde. Auf Grund der entsprechenden Aussparung im Einstellknopf kann die Einstellung der Verschlusszeiten mit dem aufsetzbaren speziellen Belichtungsmesser MR von Metrawatt gekuppelt werden, den es in verschiedenen Ausführungen gibt.

M4 -P

1980/81 wurde die gegenüber der M4 und  M4-2 verbesserte M4-P auf den Markt gebracht und bis 1987 produziert, als die Nachfrage nach der  M4-P infolge der Neueinführung der M6 mit TTL-Messung absank (Die zwischenzeitlich erschienene M5 ist ein Thema für sich). 

Von der M4 unterscheidet sich die nur in Canada erzeugte M4-P durch die insgesamt 6 Leuchtrahmen gegenüber den 4 Rahmen bei der M4. Neu waren die Rahmen für 28mm und für 75mm. Letzterer wurde durch die gleichzeitige Einführung des Summilux 1,4/75mm notwendig, das auch heute noch lieferbar ist. Trotzdem ist die Suchervergrößerung nach wie vor 0,72, also dasselbe Sucherbild. Das beliebte aufklebbare LEICA-Logo findet sich auf allen M4-P.

Alle M4-P wurden von Leitz Canada hergestellt; lieferbar war die Kamera wahlweise in Chrom hell und schwarz verchromt.  Die erste M4-P wurde 1981 mit der Nummer 1543351 ausgeliefert. Gebaut wurde sie bis 1987; die letzte Seriennummer ist nicht bekannt. Insgesamt wurden 22444 Kameras gebaut, davon sind 18057 schwarz verchromt.

Ja richtig gelesen! Hier ist ausnahmsweise mal die silberne LEICA seltener, sammelwürdiger und auch gebraucht teurer – wo hingegen bei der M4 eine schwarze Lackversion in top Zustand schnell den Preis einer neuen M7 erreichen kann!

Weiterer Unterschied zur M4 ist der Blitzschuh mit Mittenkontakt und der fehlende Selbstauslöser. Bei allen M4-P konnte nun auch ein Motordrive angesetzt werden.

Die früheren Modelle der M4-P hatten noch einen Gehäusedeckel aus Messing, der ab ca. 1983 aus Zinkdruckguß gefertigt wurde (und leider teilweise Blasen durch Korrosion wirft).

Für mich stellt also die M4-P nur das neuere „Arbeitspferd“ dar –  auch wegen des 28mm Sucherrahmens. Bei der M4 nimmt man eben das gesamte Sucherbild bei 28mm – passt auch… (soweit Sucher bei LEICA überhaupt genau sind).

Im Prinzip sind die M4-P und M4-2 einfach nur ein Glücksfall für LEICA analog Anwender, da Leitz Canada (ELCAN) so die M4 nach Produktionsstop in Wetzlar noch bis 1987 in Midland/Ontario gebaut hat. Und da die M4-P bei Sammlern nicht so beliebt ist, findet man heute noch neuere unverbrauchte M4-P´s günstig auf dem Markt. Zu verdanken haben wir dies dem damaligen Geschäftsführer von ELCAN, Walter Kluck und seiner Hartnäckigkeit. Gut 22000 Kameras konnten verkauft werden und so den Verlust mit der M5 etwas mildern und auch die gute alte M4 (für mich die beste analoge LEICA) noch ein paar Jahre am Leben halten.

Sehr viele weitere nützliche Infos sind hier zu finden:

Peter Lausch

Mit Material und Genehmigung von P. Lausch.

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